Rückblick auf das zweite Researchers Club Symposium

Am 13. Oktober 2007 fand das zweite Researchers Club Symposium zur akustischen Markenführung in den Räumen der audio consulting group statt. Es kamen zahlreiche Mitglieder und Gäste des Clubs, um den vier Fachvorträgen beizuwohnen und sich gegenseitig in der öffentlichen Diskussion und dem privaten Gespräch auszutauschen. Mit dem zweiten Researchers Club Symposium gelang eine interdisziplinäre Veranstaltung, die neben den wirtschaftlichen, funktionalen und künstlerischen Aspekten von Musik und Klang auch rechtliche Problemstellungen thematisierte.

Die Referenten und Themen waren dieses Mal:

Franziska Mai: Einführung in die akustische Markenführung: Theorie und Praxis

Jasmin Junge: Klang als Hörmarke: Akustische Markenführung im Spannungsfeld zwischen Marken- und Urheberrecht

Georg Spehr: Funktionale Klänge: zielgerichtete akustische Gestaltung in unterschiedlichen Anwendungsbereichen

Dr. Christoph Metzger: Akustische Interventionen in öffentlichen Räumen zwischen Klangkunst und Sound Design

Nach einer Begrüßung durch den Organisator Cornelius Ringe, führte Franziska Mai in die Theorie und Praxis der akustischen Markenführung ein. Dabei forderte sie den Einsatz von Audio Branding und Visual Branding als gleichberechtigte Instrumente der Marketingkommunikation. Mit diesem Anliegen steht Sie nicht alleine, denn, wie auch die stetig wachsende Mitgliederzahl des Researchers Clubs zeigt, beschäftigen sich immer mehr Experten aus Wirtschafts-, Musik- und Medienwissenschaft mit der akustischen Markenkommunikation und erkennen das Potential von Musik und Klang für die Markenkommunikation.

Besonderes Interesse galt dem Urteil des EuGH vom 27.11.2003, das die Referentin, Jasmin Junge exemplarisch erläuterte. Gegenstand des Falles war Beethovens berühmtes Werk “Für Elise”, dessen erste neun Töne sich die niederländische Firma Joost Kist als Hörmarke beim Benelux-Markenamt eintragen ließ. Der EuGH stimmte der Eintragung zu und lehnte somit die Klage der Shield Mark BV ab. Dabei wurde die Entscheidung nicht davon abhängig gemacht, ob das Werk zum Allgemeingut gehört und somit geschützt werden sollte oder nicht. Einzig und allein, die Eignung der Tonfolge, die entsprechende Ware oder Dienstleistung von denen anderer Unternehmen zu unterscheiden, war ausschlaggebend.

Eine angeregte Diskussion mit zahlreichen Wortmeldungen entfachte der Vortrag von Georg Spehr zum Thema “Funktionale Klänge: zielgerichtete akustische Gestaltung in unterschiedlichen Anwendungsbereichen”. Georg Spehr, freier akustischer Gestalter und Dozent an der UdK Berlin, schärfte in seinem Vortrag das Ohr der Zuhörer für die Klänge im Alltag. Anhand von Beispielen wie Sirenen von Krankenwagen und Feuerwehr, Spielzeug, elektrischer Zahnbürste, bis hin zu iPod, Handy, Wecker und Fieberthermometer brachte er Geräusche ins Bewusstsein der Zuhörer, die längst als selbstverständlich hingenommen und unterbewusst gedeutet werden. Produkt-, Signal-, Raum- und Maschinenklänge, Game Sounds und Sonifikationen werden eingesetzt um dem Benutzer emotionale und kognitive Botschaften zu übermitteln.

Dr. Christoph Metzger, Dozent an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und Organisator der Ostseebiennale der Klangkunst ergänzte das abwechslungsreiche Programm, indem er Geräusche und Klänge in eine künstlerische Perspektive rückte.

Aufgrund des großen Interesses und Zuspruchs sind für Frühling und Herbst 2008 wieder zwei Symposien geplant. Für Mitglieder des Researchers Clubs stehen bis dahin die Dokumentationen der bisherigen Symposien in der Researchers Lounge zur Verfügung.

Verfasser: Cornelius Ringe

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