Urbane Klanglandschaften

Veranstaltungstipp:

Urbane Klanglandschaften – zwei akustische Installationen in historischer Parkanlage

Ich möchte heute auf eine Veranstaltung in Braunschweig aufmerksam machen. In Zusammenarbeit mit den Professoren der HDK Braunschweig, Christoph Metzger und Ulrich Eller, sowie Patrick Langeslag, Geschäftsführer der audio consulting group, ist eine Vorlesungsreihe zum Thema “Klang im öffentlichen Raum” entstanden, das aus den drei Blickwinkeln Kunstwissenschaft, experimentelle Klangkunst und  akustische Markenführung betrachtet wurde. Die praktische Umsetzung im  aktuellen Semester führte zu einer künstlerischen Interpretation dieses Themas und wird ab morgen in der historischen Parkanlage am Broitzemer Weg zu sehen – und zu hören – sein.

Die offizielle Veranstaltungsbeschreibung:

Urbane Klanglandschaften – zwei akustische Installationen in historischer Parkanlage

Vom Ursprung des Hörens (Stine Hollmann)   -  Ein Nautischer Einfall (Christian Lohre& Malte Bartsch)

Eröffnung am Samstag, den 25. Juni 17.00 Uhr

Die historische Parkanlage, am Broitzemer Weg gelegen, bietet mit altem Baumbestand in der Nähe der HBK eine akustische Insel im städtischen Geräuschbild. Ins Zentrum des Parks ist ein Hospiz eingebettet, dessen bauliche Gestalt klassische Elemente aufweist. Der symbolische Ort bietet den Rahmen für zwei auf den Ort bezogene künstlerische Arbeiten, die an der HBK im Rahmen des Seminars Urbane Klanglandschaften unter Leitung von Christoph Metzger, Ulrich Eller und Patrick Langeslag entwickelt wurden und in der Zeit vom 25. 6. – 8.7.  zu erleben sind. Beide Arbeiten reflektieren Hören als Akt individueller Erfahrung und ursprünglichen Erlebens.

Stine Hollmann, Vom Ursprung des Hörens,  erstellt eine  ‘transparente’ Halbkugel mit einem Durchmesser von ca. 2m mit Stethoskop und Sauerstoffmaske.  Grabinschriften von umliegenden Gräbern des Kulturstättenfriedhofs werden von ihr rezitiert. Mittels eines Stethoskops wird der Herzschlag der Künstlerin, die mit einem Schlauch einer Sauerstoffmaske versorgt wird, nach außen geleitet. Der Besucher hört ihren Lebenspuls und bekommt Nachrichten ‘von den Toten aus dem Uterus’.

Christian Lohre, Ein nautischer Einfall, hat einen Steg für den Park entwickelt, dessen Position auf den  topographisch tiefsten Punkt des Geländes ausgerichtet ist. Ein abstrakter Steg, der die Klänge der Umgebung aufnimmt und modifiziert wiedergibt. Würde es länger regnen, so entstünde hier ein See. Was an einen Steg erinnert wird Sinnbild des Übergangs, dessen Titel auf die Sehnsucht nach “Kraftorten” und den „Tankstellen“ unserer Seele verweist.  Das Environment, durch akustisches Material aufgeladen, umspannt die klingenden Punkte des Parks.

Wir freuen uns auf viele Besucher und hören gern Eure Gedanken, Feedback und Erfahrungen dazu.

Viele Grüße

Julia Schwieger

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