Ng…ng…ng…oder: Das nervt!

Schon vor einem Monat entdeckte ich den Artikel in der Süddeutschen Zeitung. Er handelte von Beziehungen und Geräuschen. Solchen Geräuschen, die unser Partner macht und die wir am Beginn einer Beziehung für „niedlich“ und „süß“ finden, nach einer Zeit aber „nervend“ und „verzichtbar“. Dazu gehören „Knispel“, „ng ng ng“ oder „chrrrrrrrrr“…

Es ist sehr interessant wie Geräusche dargestellt werden können. So fand ich wiederum einen Artikel in der Berliner Zeitung, in der sich eine Frau über die Geräusche ihre Kühlschrankes beschwerte: „Erst ein langanhaltendes schlürfendes Saugen, dann ein unregelmäßiges helles Glucksen, das sich zu einem hohen Sington auswächst.“

Geräusche dienen als Orientierungshilfe. Sie unterstützen die Fähigkeit des Menschen, sich in seiner Umwelt zurechtzufinden und ermöglichen es uns, lebensnotwendige Dinge zu finden. Deshalb sind auch Blinde in der Lage, sich ihre Umwelt vorzustellen. Nur werden wir inzwischen mit so vielen Geräuschen konfrontiert, dass wir manchmal diese (notwendigen) Töne als negativ empfinden.

Welche Geräusche als besonders unerträglich empfunden werden, untersuchte im Frühjahr diesen Jahres der englische Akustik-Professor Trevor Cox. Das Ergebnis dieser Studie war folgendes: die 10 unerträglichsten Geräusche waren:

1. Erbrechen
2. Rückkopplung eines Mikrofons
3. Brüllende Babys
4. Bremsender Zug
5. Quietschende Wippe
6. Falsch gespielte Geige
7. Furzkissen
8. Streitgespräch in einer Seifenoper
9. Brummender Trafo
10. Schreiender Tasmanischer Teufel

Dass Erbrechen als besonders negativ empfunden wird, liegt in der menschlichen Evolution begründet. Die überlebensnotwendige Reaktion schützte zum Beispiel unsere Urahnen vor ansteckenden Krankheiten.

Ein weiteres Ergebnis der Studie war, dass Frauen die Geräusche meist schlimmer empfanden als Männer. Sie sind sensibler auch was die Wahrnehmung angeht. Eine Ausnahme bildete jedoch Babygeschrei, das von den Männern negativer bewertet wurde.

Weitere Infos zu den Geräuschen sowie zur Studie von Trevor Cox unter

http://www.sound101.org/index.php (Trevor Cox’ Studie)

Verfasser: Franziska Kurz

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