Taschen zum Klingen bringen

Es wir gekratzt, geschabt, geschlagen, getreten und überfahren… Studenten der Universität Zürich haben für den Taschenhersteller Freitag den Klang seiner Taschen untersucht. Ziel der Studie war es, aus den gesammelten Klängen akustische Besonderheiten abzuleiten, die die Marke Freitag mit einer akustischen Identiät repräsentieren können. Die robusten Taschen sind aus alten LKW-Planen hergestellt und haben eine interessante Klangwelt zu bieten. Was ist also zu tun? Richtig: Taschen zum Klingen bringen.

Zimperlich gehen die Studenten der Zürcher Hochschule der Künste mit den Unikaten nicht gerade um, es wird gekratzt, geschabt, geschlagen, getreten, überfahren oder die Tasche kurzerhand als Vorratsspeicher für alkoholische Getränke missbraucht. Die beinah martialisch anmutenden “Behandlungsmethoden” und deren resultierenden Sounds können in zahlreichen Videos auf der Homepage des NZZ Campus abgerufen werden. Ziel der Klangstudie war es, für die Ausstellung “Wie klingt Freitag?” einen ” ‘Soundtrack’ zur Kult-Tasche aus Zürich zu finden”. Besonders gut hat mir die Klangwelt des folgenden Clips gefallen: http://www.youtube.com/watch?v=p5nefO4C9Ck

Das Experimentieren mit dem Klang der Taschen zeigt deutlich, dass auch Produkte eine eigene Klangwelt besitzen, die gestaltet und als Alleinstellungsmerkmal genutzt werden kann. Hersteller sollten sich über den Klang ihrer Produkte Gedanken machen und sie ggf. akustisch überarbeiten. Im Fall von Freitag zählt Robustheit als Qualitätsmerkmal. Dies lässt sich durchaus aus den Aufnahmen heraushören und grenzt die Produkte von Freitag auch aus akustischer Perspektive von der Konkurrenz ab. Die Sounds eignen sich durchaus als akustische Identität, als Audio Branding für die Marke. Würde man so ein Experiment auch mit anderen Designertaschen, wie z.B. von Gucci durchführen? Wohl eher nicht! Trotzdem spannend: Wie klingt Gucci? Ich bin gespannt auf eure Antworten/Kommentare und natürlich auch auf eure Klangexperimente.

Viele Grüße
Matthias

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