Ein akustischer Blick in den Kopf eines Heimwerkers

So gut wie alles, was man zum Heimwerkeln braucht, macht Krach. Hammer, Säge, Bohrer, Presslufthammer, Schleifgerät, Malerrolle, alles quietscht, klopft, scheppert, summt und brummt. Eine nicht gerade angenehme Geräuschkulisse – sollte man zumindest meinen. Denn wenn man dem neuen Hornbach-Spot „Symphony“ Glauben schenken mag, dann klingen diese oft so störenden Geräusche einer heimischen Baustelle für einige Menschen sogar wie Musik – und zwar nicht nur, wenn man sie so zusammenschustert, dass am Ende ein Song dabei herauskommt. Also werfen wir doch mal einen akustischen Blick in den Kopf eines Heimwerkers!

Dass die Heimwerker bei Hornbach ein bisschen anders ticken, konnte man schon im ersten Spot der aktuellen „Keiner spürt es so wie Du“-Kampagne sehen. Nein, so intensiv wie der Protagonist erlebt wohl wirklich keiner das simple ins Holz Schlagen eines Nagels. Und auch im neuen Spot geht es um die ganz subjektive Wahrnehmung von Heimwerkern, für die diese Aufgabe keine Arbeit, sondern vielmehr eine Passion ist. So empfindet so mancher den Presslufthammer schwingender Mann den Lärm seines Geräts offenbar wie die Musik eines gigantischen Drumsets und das monotone Surren und Quietschen einer Malerrolle soll im Kopf der Malerin als eine jazzigen Posaune erklingen. Mir persönlich fehlt da zum wirklichen Nachfühlen wohl das Heimwerker-Gen. Dass aber manche Cellisten auf ihrem Instrument mehr sägen als schöne Töne zu erzeugen, kann ich schon eher nachvollziehen. Die von den nur mit einer Augenbinde und ihrem Instrument bekleideten Musikerinnen in der Vorstellung des Mannes an der Säge (Achtung: Klischee! ;-)) bringen allerdings auch ganz ordentliche Töne zustande. Aber nun werft selbst einen akustischen Blick in die Köpfe unserer drei Heimwerker:

Wie den Musiker die Musik kann den Handwerker wohl auch seine Arbeit in eine Art Rauschzustand versetzen. Hornbach zeigt mit diesem Vergleich, wie emotional auch manche Heimwerker ihrer Tätigkeit gegenüberstehen. Die Musik transportiert hier also ganz offensichtlich die Gefühle – denn „keiner spürt [in diesem Fall wohl eher hört] es so wie Du“! Doch kann Musik noch viel mehr: Denn selbst wenn man den Spot nun nicht sieht, sondern nur hört, weiß man hinterher ganz genau, welches Unternehmen dahinter steckt. Und dabei muss noch nicht einmal jemand „Hornbach“ sagen. Schließlich haben wir in jahrelangem Werbekonsum gelernt: Wird am Ende „Jabbajajajippijippijäh“ gesungen, dann kann es sich nur um die Baumarktkette handeln! Solche und ähnliche akustische Elemente setzt das Sound Branding gezielt als Ankerpunkte ein, um – wie im Visual Design mit dem Logo – eine schnelle und einfache Wiedererkennung der Marke zu schaffen. Und das hat bei Hornbach offensichtlich wunderbar geklappt!

Viele Grüße
Tine

Weitere relevante Artikel:

  1. Akustischer Flashmob zum „Jahr der Kirchenmusik“
  2. Ein akustischer Weihnachtsgruß oder auch „Joy to the World“ auf neuseeländische Art
  3. Akustischer Jahresrückblick
  4. Angebot einer Diplomandenstelle: Wirkung akustischer Reize im Internet

Schreibe einen Kommentar