Akustisches Social Network

Akustisches Social Network

Quelle: www.soundcloud.com

Will man ein Video verbreiten, geht man heutzutage ganz einfach zu Youtube. Möchte man bestimmten Leuten oder auch der gesamten Öffentlichkeit seine Fotos zeigen, benutzt man Flickr. Was aber, wenn man akustische Elemente wie Musik oder Geräusche mit anderen teilen möchte? Man verwendet SoundCloud. Ein akustisches Social Network.

Vor viereinhalb Jahren gründete der mittlerweile 29-jährige Schwede Alexander Ljung zusammen mit seinem Freund Eric Wahlforss das Startup-Unternehmen und zwar nicht in Schweden, sondern, angetan von der dortigen Musikszene, in Berlin. Die Idee der leidenschaftlichen Musiker war es, einen einfachen Weg der Verbreitung ihrer musikalischen Ideen zu finden, so dass man sich lange Wartezeiten beim Hoch- und Herunterladen ersparen kann. Somit ist es mit SoundCloud möglich, innerhalb kürzester Zeit Audiodateien in beliebigem Format und unlimitierter Größe hochzuladen und einem festgelegten Nutzerkreis als Streaming zur Verfügung zu stellen. Diese Personen können dann sogenannte „Timed Comments“ genau an die Stellen des Sounds setzten, zu denen sie sich äußern wollen. Perfekt also, um Rohversionen von Musikstücken mit anderen Künstlern oder Plattenfirmen zu tauschen und damit womöglich sogar wie der SoundClouder Russel aka RJ Chevalier an einen Plattenvertrag zu kommen. Ein akustisches Social Network also, denn schließlich ist Gründer Ljung überzeugt: Ton wird wichtiger als Film.

Was mit Musik begann, entwickelt sich nun langsam zu einer ganzen Sounddatenbank, über die Menschen wie z.B. Tara und Tylor statt mit Fotos ihre Familie und Freunde mit, wie sie selbst schreiben, „schönen/schrecklichen/komischen/lustigen“ Geräuschaufnahmen über ihre Radtour von Schottland bis nach Südostasien auf dem Laufenden halten. Die mittlerweile über 9 Millionen Nutzer der SoundCloud vermessen also akustisch die Welt. Auch Gründer Ljung ist vorne mit dabei: Während eines Kenia-Urlaubs im vergangenen September gelangen ihm akustische Aufnahmen von Giraffen, die er anschließend bei SoundCloud veröffentlichte.

Ljungs Vorhersage, Ton werde wichtiger als Film, gilt in gewisser Weise auch für den Bereich des Marketing. Denn auch hier nimmt die Bedeutung von Sound Branding immer mehr zu. Allerdings kommen die akustischen Elemente natürlich oft in Kombination mit visuellen Reizen zum Einsatz. Dass das aber selbst im Kino nicht immer der Fall sein muss, beweist die beeindruckende „All Black Experience“-Kampagne von Adidas, die hier bereits gepostet wurde.

Viele Grüße
Tine

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