Akustische Werbegrüße aus den Charts

Was war zuerst da, Ei oder Huhn? Oder anders: Wo gab es den Song zuerst, im Plattenladen oder im TV-Spot? Nicht selten passiert es, dass Musik aus einem Werbespot so bekannt und auch beliebt wird, dass sie die Charts stürmt. Mit diesem Phänomen befasst sich heute Abend „Die ultimative Chartshow“ (21:15, RTL). Zu sehen gibt es also akustische Werbegrüße aus den Charts! Vorab schon mal einige Beispiele:

Wahrscheinlich gehörte ich zu den Wenigen, die 2010 bei der ersten Konfrontation mit dem damals aktuellen Vodafone-Spot dachten, den Song kenn ich doch? Veröffentlicht wurde das Album, auf dem „We are the people“ zu hören ist, schließlich auch schon 2009. Doch die Charts eroberte die australische Band „Empire of the Sun“ erst Dank der Werbeagentur Jung von Matt, die für besagten Spot verantwortlich ist. Der Song erreichte sogar Platin-Status!

Andersherum war es allerdings mit dem Song „Summer Dreaming (Bacardi Feeling)“ von Kate Yanai, der ursprünglich für die Werbung geschrieben, aber im Nachgang auch außerhalb einen riesigen Erfolg hatte.

Ähnlich war es bei Coca Cola: Der Song „Wavin’ flag“, das WM 2010-Lied schlechthin, beinhaltet sogar das Markenthema, das auch in den aktuellen Werbespots immer wieder zu hören ist, wie ihr schon zu Weihnachten hier lesen konntet.

„Was wäre ein Werbeclip ohne Musik? Mit dem passenden Song, kann ein Produkt schnell der Verkaufsschlager schlechthin werden“, so kündigt RTL die heutige Show im Internet an. Recht hat der Sender – zumindest teilweise. Schließlich steckt – sieht man mal von Coca Cola ab – hinter der Songauswahl oftmals keine langfristige Planung. Je bekannter der Song nämlich irgendwann geworden ist und auch im Radio rauf und runter gespielt wird, desto schneller ist er abgenutzt. Deswegen raten die Berater im Sound Branding auch davon ab, bereits zu bekannte Melodien in den Werbespots zu verwenden. Schließlich möchte man verhindern, dass die Rezipienten genervt von dem Chartstürmer ihre negativen Gefühle auf das Produkt und die Marke übertragen. Da ist es doch deutlich erfolgversprechender, setzt man auf ein Markenthema, das in sämtliche genutzte Musik integriert werden kann. Somit ist auch die Musik (und nicht nur das Bild) gebrandet und wird sofort wiedererkannt. Kommt es dann trotzdem zu akustischen Werbegrüßen aus den Charts, kann man die Marke nur beglückwünschen!

Wer nach dem ersten Vorgeschmack nun noch Lust auf Ohio Express, Gabriella Cilmi, Paul Potts, Black und Yael Naim auf der Bühne hat, sollte heute Abend auf keinen Fall „Die erfolgreichsten Werbesongs“ verpassen!

Schönes Wochenende!
Tine

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